Traum-Karriere in der Lackindustrie

Mit der kooperativen Ingenieursausbildung vom Azubi zur Entwicklungsleiterin

Wenn man Elfriede Gartz in ihrem Büro des Farben- und Lackhersteller CD-Color gegenübersitzt, gewinnt man sofort den Eindruck, dass sich in ihrer Person fachliche Kompetenz mit einer natürlichen und freundlichen Ausstrahlung verbindet. Eine Voraussetzung für die ruhige und gleichzeitig konzentrierte Arbeitsatmosphäre, die im Labor herrscht, das sie leitet.

Die Leiterin der Entwicklungsabteilung für den Bereich Bautenfarben genießt nicht nur in ihrem Unternehmen Respekt, sondern hat sich mittlerweile auch im Rahmen der Arbeit für den Verband der deutschen Lackindustrie innerhalb der Lackindustrie einen Namen gemacht. Den Grundstein für ihre berufliche Entwicklung hat sie mit der kooperativen Ingenieursausbildung gelegt, einem beispielhaften Ausbildungsweg.

„Nach dem Abitur wollte ich ein Chemieingenieur-Studium beginnen. Das vorgeschriebene dreimonatige Fachpraktikum absolvierte ich bei der CWS Lackfabrik, deren Baufarbensektors nach Übernahme durch die Ewald Dörken AG CD-Color heißt“, beschreibt Elfriede Gartz den Beginn ihres Ausbildungswegs. „Während dieser Zeit machte mir das Unternehmen den Vorschlag, doch auf die kooperative Ausbildung zur Lackingenieurin umzuschwenken. Das Angebot, eine fundierte Ausbildung zu erhalten und studieren zu können mit der Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz erschien mir verlockend. Also schloss ich einen Ausbildungsvertrag als Lacklaborantin und nahm gleichzeitig das Studium zur Lackingenieurin an der Hochschule Niederrhein auf.“ Diesen Schritt hat Elfriede Gartz nicht bereut. Auch wenn die kooperative Ausbildung einen besonderen Einsatzwillen erfordert.

Im ersten beiden Jahren arbeitete Elfriede Gartz drei Tage in der Woche im Unternehmen und studierte zwei Tage an der Hochschule Niederrhein. Samstags kam noch die Berufsschule hinzu. Nach dem zweiten Jahr schloss sie ihre Ausbildung als Lacklaborantin ab und wurde von CWS übernommen. Die Angestellte widmete sich von da an drei Tage der Woche ihrem Studium in Krefeld, an zwei Tagen war sie im Unternehmen. Ihre Bezahlung erfolgte anteilig gemessen an ihrer Anwesenheit im Unternehmen. „Neben der Berufserfahrung, die ich weiterhin sammeln konnte, lag die Vergütung immer noch über dem Bafög-Satz“, erläutert Gartz. Im vierten Jahr erforderte das Studium ihre volle Aufmerksamkeit, so dass sie nur in den Semesterferien im Unternehmen arbeitete. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums wurde sie als Lackingenieurin in die Baufarbenabteilung von CWS übernommen. „Die Vorteile dieses kooperativen Ausbildungsweges liegen auf beiden Seiten“, sagt sie. „Das Unternehmen kann die Fähigkeiten der Mitarbeiter gut einschätzen und spart sich zudem eine langwierige Einarbeitungszeit, wie sie bei unternehmensfremden Lackingenieuren notwendig ist. Ich hatte die sichere Aussicht auf einen Arbeitsplatz mit interessanten Perspektiven“, so Gartz weiter.

Vier Jahre später ist die heute 38jährige Leiterin der Entwicklung von CD-Color und führt ein Labor mit 5 Mitarbeitern. Dabei trägt Elfriede Gartz ein hohes Maß an Verantwortung, denn schließlich bestimmt die Entwicklung neuer Produkte auch die Entwicklung des Unternehmens insgesamt mit. „Die komplette Verantwortung, von der Idee bis zum fertigen Produkt, macht den besonderen Reiz dieser Position aus“, erklärt sie. „Zudem pflegen wir engen Kontakt zu den anderen Abteilungen im Unternehmen und sind somit in alle Prozesse, vom Marketing bis zur Produktion integriert.“ Die Laborarbeit nimmt nur noch rund die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Anspruch. Die zweite Hälfte verwendet sie für andere Aufgaben, beispielsweise um Vorträge zu halten, als neugewählte Vorsitzende im Technischen Arbeitskreis Bautenanstrichmittel des Verbands der deutschen Lackindustrie mitzuarbeiten oder sich intensiv um die Lacklaboranten in der Ausbildung zu kümmern. „Meine Arbeit gestaltet sich abwechslungsreich, vielseitig und ich lerne immer wieder Neues hinzu. Das gefällt mir“, zieht Elfriede Gartz ein zufriedenes Fazit.

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